Schuh-Patenschaften für Flüchtlinge

Erstellt am 22.11.2015

Bald steht Weihnachten vor der Tür und die Wunschlisten vieler Kinder sind lang und vielfältig: Vom Spielzeug über Elektrogeräte bis hin zu Ausflügen in Freizeitparks ist von allem etwas dabei. Was bei den Kindern im Flüchtlingswohnheim an dem Harpener Hellweg an erster Stelle ihres Wunschzettels steht, ist meist etwas ganz anderes: ein neues paar Schuhe. Um den Jungen und Mädchen diesen bescheidenen Wunsch zu erfüllen, hat die Evangelische Kirchengemeinde Bochum-Harpen gemeinsam mit dem Bürgerzentrum Amtshaus Harpen e.V. eine besondere Aktion ins Leben gerufen: die „Schuh-Patenschaften“.

Die Harpener Pfarrerin Christina Ossenberg-Gentemann erklärt: „In Form von 50 Euro-Spenden vergeben wir Schuhpatenschaften. Davon bekommen die Kinder im Flüchtlingsheim neue Schuhe.“ Das Besondere dabei ist, dass die Jungen und Mädchen nicht beliebige Exemplare bekommen, die ihnen vielleicht gar nicht gefallen und nicht passen. Stattdessen nimmt Petra Kipper, die Koordinatorin der Aktion, die Kinder mit ins nahe gelegene Einkaufszentrum, wo sie sich eigene neue Schuhe aussuchen und anprobieren können.

„Die Gemeinde hat einst verabredet: Wir helfen da, wo Nachfrage ist“, erklärt Ossenberg-Gentemann. Daher habe man sich entschlossen, die Hilfsangebote nicht etwa zu dezentralisieren und eine zweite Hilfsstelle zu öffnen, sondern stattdessen mit dem bereits vorhandenen ehrenamtlichen Engagement des Bürgerzentrums, das sich nur ein paar Straßen weiter befindet, zusammenzuarbeiten. Auch die örtliche Nähe war ein entscheidender Faktor für die Kooperation zwischen den beiden Einrichtungen. „Es läuft super“, freut sich Ossenberg-Gentemann. Wenn die Helfer Bedarf anmelden, dann spendet die Kirchengemeinde. Auch schon einmal andere Sachen, wie etwa Nahrungsmittel zum Erntedankfest oder Hygieneartikel, die dringend benötigt wurden. Demnächst ist eine Winteraktion geplant, um die Flüchtlinge mit warmer Kleidung auszustatten.

Auf die Frage, ob es auch schon einmal negative Kommentare zu der Hilfsaktion für die Flüchtlinge gab, schüttelt Christina Ossenberg-Gentemann vehement den Kopf. „Im Gegenteil, die Leute halten dies für eine sehr schöne Idee.“ Sie selbst ist Mutter und sagt schließlich: „Ein eigenes paar neue Schuhe wünscht man schließlich jedem Kind.“ Als Pfarrerin hat die Unterstützung für sie auch einen christlichen Aspekt. „Die Bibel lehrt uns, den Blick auf den Anderen zu haben und zu teilen, was uns so reichlich geschenkt ist.“