Michael Dettmann neuer Pfarrer in Bochum-Harpen

Erstellt am 22.11.2015

Die St. Vinzentius-Gemeinde hat einen neuen Pfarrer. Am 15. November wurde Michael Dettmann einstimmig vom Harpener Presbyterium gewählt. Die Formalitäten besagen, dass das Wahlverfahren erst nach einer zweiwöchtigen Einspruchsfrist und der anschließenden Annahme des Kandidaten der Wahl abgeschlossen ist.

Obwohl er im Wahlverfahren der einzig verbliebene Kandidat war, saß Pfarrer Dettmann vor Beginn des Gottesdienstes nervös auf seinem Platz in der Kirchenbank. „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, gab der 49-Jährige zu. Ausgerechnet am Volkstrauertag fand die Wahl statt und auch die Harpener Pfarrerin und künftige Kollegin Dettmanns, Christina Ossenberg-Gentemann, gab zu, dass die Vorbereitung auf den Gottesdienst nicht einfach gewesen sei. „Einerseits ist heute der Volkstrauertag, andererseits ist es für unsere Gemeinde ein zukunftsweisender Tag. Wir haben lange überlegt, wie wir dies miteinander verbinden können.“

Bevor es zum tatsächlichen Wahlvorgang kam, wurde in der Vinzentius-Kirche noch Gottesdienst gefeiert. Mit dabei war ein alter Bekannter – Gerald Hagmann, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde und heute Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bochum. Für ihn war es daher eine besondere Aufgabe, die Predigt in dem Wahlgottesdienst seines Nachfolgers zu halten. Aber auch angesichts der schrecklichen Pariser Attentate, die sich zwei Tage zuvor ereignet hatten, war es eine außergewöhnliche Predigt. „Eigentlich“, so Hagmann, „hatte ich vor ein paar Tagen meine Predigt schon fertig und ausgedruckt.“ Auf das Gemeindemotto der lebendigen Steine habe er Bezug nehmen wollen und auf das Brücken bauen. „Dann habe ich die Predigt gestern Abend noch einmal gelesen und zur Seite gelegt. Angesichts der Ereignisse in Paris passte das alles nicht mehr“, so Hagmann weiter. Der Bochumer Superintendent befand und führte in seiner Predigt aus: „Wir als Kirche dürfen zu diesem Thema nicht schweigen.“

Trotzdem erlaubte sich Hagmann gegen Ende doch noch einen Schwenk auf die bevorstehende Pfarrwahl. Er wandte sich an seinen Nachfolger  Michael Dettmann und sprach ihm Mut zu. „Man muss nicht perfekt sein und alles richtig machen.“ Die Voraussetzungen für Dettmann sind sehr gut, wurde er doch einstimmig vom Presbyterium zum neuen Pfarrer der Harpener Gemeinde gewählt. Dettmann, der für den Vorgang der Wahl aus der Kirche gehen musste, war über seine neue Pfarrstelle überglücklich und machte daraus auch in seiner ersten Rede als Harpener keinen Hehl: „Ich könnte ausrasten vor Freude.“ Sein größter Wunsch: „Dass die Gemeinde auch zukünftig noch sagt, das war eine gute Wahl.“