"Leben ist nicht nur Pommes und Disko!"

Erstellt am 26.03.2015

Begeisterte Gottesdienst-Besucher

Von: Frauke Hardt-Radzik.

Aus: Unsere Kirche 12/2015

Übervolle St. Vinzentius- Kirche in Harpen. Mal wieder, denn wenn ein  Heartbeat- Gottesdienst ansteht, strömen die jungen Besucher in Scharen ins altehrwürdige Gotteshaus. UK-Autorin Frauke Haardt-Radzik hat einige Jugendliche beim Gottesdienst-Besuch begleitet.

„Ich freue mich jedes Mal darauf“, stellt auch die 23-jährige Anna lächelnd fest. Hier trifft sie mit ihren Freunden zusammen, hier werden neue Kirchenlieder gespielt. Rockige Musik, bei der die Besucher mitgehen, mitklatschen und begeistert mitsingen.

Anna kennt viele Lieder schon auswendig, singt inbrünstig mit. Und wer nicht so  textsicher ist? Die Lieder werden auch per Overhead-Projektor an eine  Leinwand geworfen. Thematisch und musikalisch werden die Heartbeat- Gottesdienste von Jugendlichen für Jugendliche vorbereitet.

„Leben ist nicht nur Pommes und Disko“ – so das Thema diesmal. Dabei sind sich alle hier über den Wert von Pommes und Disko im Leben von Jugendlichen und jungen  Erwachsenen durchaus im Klaren – doch ein Gefühl echten Reichtums kann man durch ganz andere Dinge erfahren, ist sich auch Anna sicher. Zwischen der  mitreißenden Musik, gespielt von der jungen Band der Gemeinde, werden immer wieder kleine Szenen gespielt. Etwa die, angelehnt an die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Eine Frau stürzt, bittet vorbeihastende Passanten um Hilfe. Lange kümmert sich niemand, dann bleibt endlich jemand stehen, hilft der Frau auf, begleitet sie zum Arzt. Oder die bettelnde   Obdachlose, die irgendwann eine Schale Pommes geschenkt bekommt – und einer Passantin anbietet, doch auch davon zu probieren.

„In der  gegenwärtigen Passionszeit fasten viele Menschen aller Generationen   oder beteiligen sich an Initiativen wie ,Sieben Wochen ohne‘.“ Pastor Gerald Hagmann vertieft das Thema des Gottesdienstes in seiner Predigt und betont, dass es sich lohnt, mal aus der eigenen Komfortzone herauszukommen. „Dabei wird der Blick darauf gelegt, dass es nicht unbedingt Verzicht sein muss, der  neue Perspektiven schenkt, sondern der Blick über den eigenen Tellerrand, der sich von der eigenen Person und der permanenten Ich-Bezogenheit löst.“

Raus aus der eigenen Komfortzone – dann kann man spüren, dass man auch ein Held werden kann. Dazu sind die 14-jährige Sofi a und der ein Jahr ältere Christian diesmal zu Gast. Die beiden engagieren sich bei der Jugendfeuerwehr
und geben im Gottesdienst Einblicke in ihre freiwillige, aber manchmal auch
Mut fordernde ehrenamtliche Arbeit.

Alle vier Monate sind junge Menschen zum Heartbeat- Gottesdienst in die St. Vinzentius- Kirche eingeladen. Viele kommen auch aus anderen Bochumer Gemeinden hierher. Der 15-jährige Simon etwa. Er freut sich ganz besonders
auf die Musik. „Es macht Spaß mitzusingen. Ich treff mich hier immer mit
Freunden.“ In den Erwachsenengottesdienst, sagt er, geht er dagegen nicht so gerne. Dann stehen alle auf und singen gemeinsam das Vaterunser.

Und nach dem Gottesdienst findet wie immer ein gemeinsames Essen im  Gemeindehaus gegenüber statt. Diesmal gibt es dort Pommes für alle.