Weltgebetstag

Erstellt am 07.03.2018

Wo bitte liegt Surinam?

Der erste Freitag im März 2018 fühlte sich eher an wie ein eiskalter Januartag, doch die Vinzentiuskirche war gut gefüllt und wohltemperiert. Alle Frauen des Weltgebetstag- Komitees, des Chores und aus den beiden Gemeinden freuten sich auf den ökumenischen Gottesdienst mit der Liturgie von den Frauen aus Surinam.

Nach der Begrüßung wurden alle erst einmal auf das relativ unbekannte Land eingestimmt. Surinam ist das kleinste südamerikanische Land mit der doppelten Landfläche von Österreich (rd. 160 000 Quadratkilometer) und hat gerade mal 550 000 Einwohner. Doch es bietet eine riesige Vielfalt im kulturellen, religiösen und sprachlichen Bereich, resultierend aus seiner wechselhaften Geschichte. Früher war Surinam als Niederländisch- Guyana bekannt, eine ehemalige Kolonie der Niederlande. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen stammen aus Westafrika (ehemalige Sklaven), Indonesien, Indien und China (als Plantagenarbeiter nach dem Ende der Sklaverei).

Auch die Tier- und Pflanzenwelt ist sehr abwechslungsreich. 80 % der Landfläche wird von Regenwald bedeckt, ein Teil der grünen Lunge unserer Welt. Auf dem fruchtbaren Küstenstreifen werden Reis, Zuckerrohr, Bananen, Zitrusfrüchte, Kokosnüsse und vieles mehr angebaut. Gefährdet wird diese Natur durch den Abbau von Bauxit und Gold (beim Goldabbau wird für jedes Kilo des Edelmetalls ein Kilo Quecksilber verbraucht).

Die Liturgie stand unter dem Motto "Gottes Schöpfung ist sehr gut". Die Frauen aus Surinam wollten mit vielen interessanten und auch nachdenklich machenden Texten und Liedern dieses Leitthema in die ganze Welt tragen. Uns wurde dieses Anliegen von den Frauen der ökumenischen Weltgebetstags- Gruppe sehr nahe gebracht. Die Gottesdienst-Besucherinnen waren sehr angerührt und ließen sich durch die verschiedenen, teils sehr beschwingten Lieder, Fürbitten und Gebete tief bewegen.

Marie- Luise Finger teilte dann noch mit, dass das Internationale Weltgebetstags-Komitee, auch unterstützt durch eine Unterschriften- Aktion der Harpener Gemeinden, für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Im Dezember fällt die Entscheidung.

Beschwingt verließen alle Besucherinnen nach dem Segen die Kirche und tauschten sich dann im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen aus. Hier hatte auch das ökumenische Eine-Welt-Team -wie schon seit Jahren- seinen Stand aufgebaut. Die Besucherinnen wurden mit fair gehandelten und ökologisch produzierten Waren und den dazu passenden Rezepten -nicht nur aus Surinam- angelockt. So konnte dieses Jahr die in der Kirche gesammelte Kollekte des Weltgebetstages um 360 Euro vom Eine- Welt Team aufgestockt werden. Dieses Geld ist der Überschuss, der ein Jahr lang durch die Verkäufe der Produkte durch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen nach den Gottesdiensten eingenommen werden konnte.

Alle Frauen genossen diesen rundum gelungenen Nachmittag und freuen sich schon auf den nächsten Weltgebetstag, der 2019 wieder am ersten Freitag im März gefeiert wird, dann in der Heilig- Geist Gemeinde mit der Liturgie von slowenischen Frauen unter dem Thema "Come - Everything Is Ready (Lk 14,15-24)".

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